Gleispark Baumkirchen: „Wir wollen nicht zum Glasscherbenviertel werden“

14. Oktober 2021

Bürger beklagen Situation im Gleispark Baumkirchen

Nächtliche Lärmbelästigung, Verschmutzung, aber auch Drogen – die Situation im Gleispark hat sich zu einem großen Ärgernis für die Anwohner entwickelt. „Wir wollen nicht zum neuen Glasscherbenviertel werden“, so einer der zahlreich anwesenden betroffenen Bürger in der Sitzung des Bezirksausschusses. Der Park sei gerade in den letzten Monaten zu einem regelrechten „Hotspot“ geworden, erklärte ein anderer Anwohner. Sogar ein Sofa sei schon in den Park hineingetragen worden. Eine Mutter mit kleineren Kindern aus dem Neubaugebiet schilderte die Lage so: „Die kommen in Horden zu 40 oder 50 Personen mit der S-Bahn hierher.“ Diese würden dann regelrecht „randalieren“ und kaputte Roller, kaputte Fahrräder, abgebrochene Autospiegel und Glasscherben hinterlassen.

Gleispark Couch

Sogar eine überdachte Couch wurde schon im Gleispark gefunden – mit viel Müll. Foto: Anwohnerin

Viele Verbote gelten in dem privaten Park, es mangelt an der Durchsetzung

Der Gleispark darf zwar öffentlich genutzt werden, er gehört aber einem privaten Eigentümer. Es gibt ein eigenes Parkkonzept und viele Nutzungen sind dort gar nicht erlaubt. Es mangelt allerdings an der Durchsetzung, kritisierten die Anwohner. Sie wünschten sich dort mehr Polizeipräsenz. Beispielweise ist die Nutzung in der Nacht gar nicht erlaubt. Und da es sich um eine ökologische Vorrangfläche handelt, „hat dort abseits der befestigten Wege eigentlich niemand etwas verloren“, erläuterte BA-Planungssprecher und Stadtrat Fabian Ewald (CSU). Aus seiner Sicht seien Eigentümer, Polizei und Eigentümer jetzt gefordert, damit das Vorzeigeprojekt nicht zu einem dauerhaften Problemfall werde.

Dass es im Gleispark Probleme gibt, war dem Bezirksausschuss nicht neu. Daher hatte sich das Stadtviertel-Gremium auch schon für Verbesserungen eingesetzt, erklärte BA-Vorsitzender Alexander Friedrich (SPD). Daraufhin wurden beispielsweise mehr Mülleimer aufgestellt, die Hinweisschilder verbessert und auch Sozialarbeiter eingeschaltet. Doch das reicht wohl nicht mehr aus, war die einhellige Feststellung der BA-Mitglieder.

Ortstermin und Erstellung der Grünanlage sollen zur Problemlösung beitragen

Als problematisch bei der Durchsetzung der Regeln erweist sich nun, dass der Gleispark Baumkirchen eine Privatfläche im Eigentum einer Immobiliengesellschaft ist. Daher soll es nun einen Ortstermin mit der Polizei, dem Eigentümer des Parks und dem Bezirksausschuss geben.

Zusätzlich will Ewald bei der Stadt München auf eine Beschlussvorlage drängen. Mit dem Ziel „dass die restlichen Grünanlagen nächstes Jahr erstellt werden.“ Denn zu den Problemen hatte auch beigetragen, dass die Umgebung des Gleisparks nicht fertig gebaut ist. Es sei vielmehr „Niemands-Land“ wie es ein Bürger ausgedrückt hat, da die Grünflächen zwischen dem Wohnquartier und dem Gleispark noch auf ihre Realisierung warten.

Fabian EwaldGleispark Baumkirchen: „Wir wollen nicht zum Glasscherbenviertel werden“