Neue Perspektive für alte Rhenania-Villa

7. Januar 2019

Vergangenen Oktober war Schluss mit den Musik- und Partyveranstaltungen im „Loft“ in der Friedensstraße 22. Denn für die sogenannte Rhenania-Villa, in der das „Loft“ in den vergangen Jahrzehnten untergebracht war, gibt es umfassende Planungen für Sanierung und Umbau.

Das 100 Jahre alte Gebäude, das mittlerweile unter Denkmalschutz steht, gehört dem Technologiekonzern Rohde & Schwarz, der seine Firmenzentrale gleich ums Eck rum hat. Der Technologiekonzern will sich auf dem Areal an der Friedensstraße um einen modernen iCampus, in dem auch fremde Firmen einziehen können, erweitern. Dabei soll der Walmdachbau mit dem Merkurrelief über dem Eingangstüren passend integriert werden.

Der künftige Gewerbestandort soll sich in zwei Bereiche gliedern. Dort, wo heute noch die „Boulderwelt“ steht, sollen drei Bauten mit hohen Loftbüros entstehen (geplante Fertigstellung: 2022). Der Entwurf des Rotterdamer Architekturbüros Kaan mit seinen hohen Fenstern will an die industrielle Vergangenheit des Viertels erinnern.

Denn um 1870 gab es hier passend zum nahen Ostbahnhof die „Steinersche Waggonfabrik“. Um 1920 hatte dort dann die Rhenania-Spedition ihren Sitz. Sie hat das Haus mit dem prägnanten Schriftzug am Dach als Verwaltungszentrale errichtet.

Rund um die Villa, die umfassend saniert werden soll, wird entlang der Friedensstraße das Entree des neuen iCampus entstehen. Beim dafür extra ausgelobten Architektenwettbewerb wurde großen Wert auf die sensible Einbindung von alt und neu gelegt. Zudem erhoffte sich die Stadt für die Zukunft eine öffentliche Nutzung der Villa. Vorstellbar wären Kultur und/oder Gastronomie.

Rhenania-Villa

Rhenania-Villa. Foto: Unser Berg am Laim

Doch in der jüngsten Berg-am-Laimer Bezirksausschuss-Sitzung stand ein Antrag auf Umbau der Rhenania-Villa zu Büros auf der Tagesordnung. Großes Bedauern bei den Stadtteilpolitikern. Allerdings sei die Villa nicht in bestem Zustand, zudem nicht barrierefrei, erklärte der BA-Vorsitzende Robert Kulzer (SPD). Wer also eine öffentliche Nutzung einbauen wolle, müsse entsprechendes Geld mitbringen. Andererseits könnte sich der Konzern dies sicher leisten. „Wir sollten nochmal direkt mit Rhode & Schwarz ins Gespräch gehen.“

Vielleicht könnte man übers Kulturreferat auch eine Verbindung zu einem passenden Partner knüpfen, der für Berg am Laim Sinn mache, so der Vorschlag der CSU. „Um das ganze Gebäude für eine kulturelle Nutzung zu reservieren, braucht es entsprechende Unterstützung“, fand CSU-Sprecher Fabian Ewald. „Das ist nicht alleine Aufgabe der Firma“.

Am Schluss wurde dem Gebäude-Umbau grundsätzlich zugestimmt; die Büronutzung allerdings nachdrücklich abgelehnt.

Fabian EwaldNeue Perspektive für alte Rhenania-Villa