Verkehrsgutachten zeigt: Berg am Laim steht vor Verkehrsinfarkt

17.11.2017

An der Ecke Berg-am-Laim-Straße / Weihenstephaner Straße entsteht derzeit eins der größten Bauvorhaben in Berg am Laim: „Die Macherei“. Auf rund 64.000 Quadratmetern Fläche sollen hier Flächen für zahlreiche Büros, Einzelhandelnutzungen, Gastronomie, Hotels sowie die dazu gehörigen Parkmöglichkeiten entstehen. Nur eins von vielen Bauvorhaben, die in Berg am Laim und dem Münchner Osten anstehen.

Doch das Verkehrsgutachen für die Macherei lässt böses für Berg am Laim erahnen.

Verkehr

Auf der Berg-am-Laim-Straße werden im Jahr 2030 laut einem Verkehrsgutachten nochmals deutlich mehr Fahrzeuge fahren. Foto: Unser Berg am Laim

Denn: Das Gutachten mit Stand Juli 2017 geht von einem Anstieg der KFZ-Bewegungen je Tag durch die Berg-am-Laim-Straße von gut 24.000 Fahrzeugen im Jahr 2017 auf knapp 35.000 Fahrzeuge im Jahr 2030 aus. Für die schon heute in Stau, Lärm und Abgasen versinkende Straße bedeutet dies einen Anstieg um nochmals etwa 45 % im Vergleich zu heute.

Noch gravierender trifft es die Baumkirchner Straße im Bereich des Stadtteilzentrums: Hier ist von einer glatten Verdopplung der Fahrzeuge auszugehen. Befahren bisher täglich schon gut 10.000 KFZ die Baumkirchner Straße, werden es im Jahr 2030, so die Prognose, 20.000 sein.

Auch für die Truderinger Straße in ihrem östlichen Abschnitt zwischen Baumkirchner Straße und St.-Veit-Straße werden rund 12.000 Fahrzeuge prognostiziert.

Tunnel an der Truderinger Straße

Der Tunnel an der Truderinger Straße ist ein Nadelöhr. Foto: Unser Berg am Laim

Besonders gravierend trifft es den Abschnitt der Truderinger Straße in der Unterführung am S-Bahnhof Berg am Laim. Hier sieht das Verkehrsgutachten der Macherei für das Jahr 2030 allein 33.000 KFZ-Fahrten jeden Tag voraus. Bereits jetzt ist die Unterführung hoffnungslos überlastet, neben Privatfahrzeugen stehen täglich auch die MVG-Busse hier im Stau – eine Initiative der CSU, die großräumigen Auswirkungen einer denkbaren Tunnelerweiterung im Zuge der anstehenden Sanierung prüfen zu lassen, war jedoch in der vergangenen Sitzung des Bezirksausschusses Berg am Laim durch SPD und Grüne abgelehnt worden.

Das Thema Verkehr ist noch nicht gelöst. Der Forderung nach einem städtischen Verkehrskonzept für Berg am Laim und den Münchner Osten, die sowohl im Bezirksausschuss als auch von örtlichen Stadträten bereits mehrfach formuliert wurde, hatte die Stadtverwaltung bisher immer eine Absage erteilt. Denn: Die Verkehrsbelastungen im Münchner Hauptstraßennetz und damit auch in Berg am Laim würden bereits durch regelmäßige und kontinuierliche Verkehrserhebungen beobachtet und analysiert. Und: Bei allen in Berg am Laim durchgeführten Bauleitplanverfahren sowie bei größeren Bauvorhaben würden die verkehrlichen Aspekte untersucht und gewürdigt, so die Stadtverwaltung.

Vor Ort ist man skeptisch, dass dies ausreicht. Insbesondere der öffentliche Nahverkehr müsse gestärkt werden – hier fehle es bislang aber an konkreten Aussagen, wie dies geschehen soll. Für die nächste Sitzung stehen daher wieder mehrere Anträge zum Thema Verkehr auf der Tagesordnung des Bezirksausschusses.

Fabian EwaldVerkehrsgutachten zeigt: Berg am Laim steht vor Verkehrsinfarkt