Zu hoch hinaus: Nachbesserungen an Hochhausstudie gefordert

1. Juni 2021

Ein 80-Meter-Hochhaus in einer gartenstadtähnlichen Siedlung mit Einfamilienhäusern und kleineren Mehrfamilienhäusern? Das passt für die CSU-Fraktion und die Mehrheit des Bezirksausschusses nicht. Ebensowenig wie Neubauten im historischen Ortskern, die 150 Prozent höher als die Häuser im Umkreis sind.

Doch genau solche Neubauten schlägt die Hochhausstudie vor, die aktuell vom städtischen Planungsreferat erarbeitet wird. Im derzeitigen Entwurf sieht die Hochhausstudie für weite Teile des Stadtteils vor, dass neue Hochhäuser oder deutlich höhere Häuser als in der Umgebung üblich gebaut werden könnten.

Hochhaus

Das Hochhaus der Süddeutschen Zeitung ist weit sichtbar – der Entwurf der Hochhausstudie würde auch in Berg am Laim deutlich mehr Hochhäuser ermöglichen. Vor Ort wird das kritisch gesehen. Foto: Unser Berg am Laim

Die vorgeschlagenen Maximalhöhen der Gebäude richten sich nach der Einordnung des jeweiligen Gebiets. So bedeutet beispielsweise eine Einordnung in Kategorie III, dass sogenannte „Stadtteilzeichen“ von bis zu 80 Metern Höhe möglich sind. In die Kategorie III wurde der Bereich zwischen Baumkirchner Straße, Kreillerstraße, Schatzbogen und Bahngleisen eingeordnet.

Kategorie II ermöglicht „Quartierszeichen“ mit einer Überhöhung von bis zu 150 Prozent gegenüber der bestehenden Traufe. Das ist momentan im Umkreis des historischen Dorfkerns um die Kirche St. Michael vorgesehen.

Solche Quartierszeichen würden den historischen Ortskern von Berg am Laim mit seinen Baudenkmälern „in seinem Erscheinungsbild gefährden“, befürchtet die CSU-Fraktion.

CSU fordert niedrigere Kategorien für mehrere Gebiete im Stadtviertel

„Insgesamt erscheint die Einordnung in der Entwurfsfassung an mehreren Stellen in Berg am Laim als nicht schlüssig und passend,“ so der Vorsitzende des Planungsausschusses und Stadtrat Fabian Ewald (CSU). Auf Initiative der CSU fordert die deutliche Mehrheit des Bezirksausschusses nach ausführlicher Diskussion in der vergangenen Sitzung eine Nachbesserung der Planungen, um diese an die örtlichen Gegebenheiten anzupassen. Dafür sollen drei Gebiete in Berg am Laim neu eingeordnet werden:

1. Der Bereich zwischen Baumkirchner Straße, Kreillerstraße, Schatzbogen und Bahngleisen maximal als Zone II (im Entwurf bisher Zone III).

2. Der Bereich rund um die Kirche St. Michael und die Baudenkmäler im historischen Ortskern von Berg am Laim zwischen Michaelianger, Else-Rosenfeld-Straße und Berg-am-Laim-Straße/Kreillerstraße als Zone I (bisher Zone II).

3. Der Bereich zwischen Else-Rosenfeld-Straße, Michaelianger, St.-Veit-Straße und Kreillerstraße als Zone I (bisher Zone II).

Fabian EwaldZu hoch hinaus: Nachbesserungen an Hochhausstudie gefordert