Bezirksausschuss fordert Abschaffung der Bahnsteigkarte

4. März 2018

Dass man sich in Berg am Laim auch mit Themen beschäftigt, die für ganz München relevant sind, wurde in der letzten Sitzung des Bezirksausschusses an einer Initiative der SPD klar. Diese hatte gefordert, die sogenannte „Bahnsteigkarte“ abzuschaffen.

Zum Hintergrund: Um Münchner U-Bahnsteige betreten zu dürfen, ist der Kauf einer Bahnsteigkarte für 40 Cent erforderlich. Ohne diese läuft man bislang Gefahr, im Falle einer Sperrenkontrolle, also einer Kontrolle, bei der die Fahrscheine an den Ausgängen der U-Bahnstation überprüft werden, als „Schwarzfahrer“ ein erhöhtes Beförderungsentgelt von 60 € zu bezahlen – ohne mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren zu sein und ohne dass durch die MVV eine Beförderungsleistung erbracht wurde.

In der Praxis heißt dies: Um Personen vom U-Bahnsteig abzuholen oder sie zum selbigen zu bringen, wird in München eine Gebühr von 40 Cent fällig. Genau dies kritisiert Antragsteller Alexander Friedrich (SPD), die Rechtmäßigkeit sei zumindest fraglich. Denn: Wofür solle ein Zahlungsanspruch entstehen, wenn durch die MVG keine Beförderungsleistung erbracht werde? Die Erleichterung von Ticketkontrollen sei keine ausreichende Grundlage für die Beibehaltung der Bahnsteigkarte. Auch der Umsatz sei so gering, dass er keinesfalls als Argument für das 40 Cent-Ticket dienen könne.

Auch in anderen deutschen Städten sei die Bahnsteigkarte inzwischen abgeschafft worden, so Friedrich – und dies, obwohl auch hier der Bahnsteig für jedermann ohne technische Schranke zugänglich sei. Warum nicht also auch in München?

Im Bezirksausschuss begrüßte man die Initiative grundsätzlich. Zwar verschiebe sich die Kontrollgrenze dadurch „bis an die Tür des Zuges“, gab Johann Kott (CSU) zu bedenken. Andere Städte in Deutschland würden jedoch „beweisen, dass auch ohne Bahnsteigkarte effektive Kontrollen durchgeführt werden können“, stellte CSU-Fraktionssprecher Fabian Ewald fest.

Friedrichs Vorschlag, das unliebsame Ticket abzuschaffen, schloss sich der Bezirksausschuss aus diesen Gründen einstimmig an.

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