Trotz Kritik aus Berg am Laim: Bebauung an der Truderinger Straße beschlossen

1. Juli 2020

Der Planungsausschuss des Münchner Stadtrats hat dem Bebauungsplan 2127 Truderinger Straße/Roßsteinstraße/Schwanhildenweg zugestimmt. Damit werden auf dem letzten großen Feld im Stadtteil über 800 Wohnungen, drei Kindertagesstätten und kleinere Geschäfte entstehen. Lediglich der örtliche Stadtrat Fabian Ewald (CSU) sowie Dirk Höpner (München Liste) und Brigitte Wolf (Linke) stimmten gegen das Vorhaben.

Bezirksausschussvorsitzender Alexander Friedrich (SPD), der im Planungsausschuss das Rederecht beantragt hatte, wies im Rahmen der Sitzung nochmals auf die Kritikpunkte des Bezirksausschusses hin. Sowohl die verkehrliche als auch die soziale Infrastruktur vor Ort seien für ein Vorhaben in dieser Größe nicht ausgelegt, auch wenn man grundsätzlich eine Wohnbebauung auf dem Feld begrüße. Gerade im Bereich der Kinderbetreuung und der Grundschulversorgung würden die Kapazitäten nicht ausreichen. Die Kritikpunkte des Bezirksausschusses seien bisher nicht ausreichend gewürdigt oder gar umgesetzt worden, so Friedrich. Der Bezirksausschuss Berg am Laim hatte die Dimension der Planungen fraktionsübergreifend seit Jahren kritisiert.

Auch Stadtrat Fabian Ewald (CSU), zugleich Planungsausschussvorsitzender im örtlichen Bezirksausschuss, bestätigte die Kritik von lokaler Ebene. Zwar sei man grundsätzlich mit Wohnungen einverstanden. Fragen, wie die verkehrliche Anbindung, die Ersatzlösung für den Sportplatz des ESV München Ost oder die perspektivisch schwierige Schulraumsituation im Stadtteil seien bisher aber nicht gelöst. Der diesbezügliche Änderungsantrag der CSU-Stadtratsfraktion sei zwar wichtig, aber nicht weichreichend genug.

Er teile die Auffassung des Bezirksausschusses, dass die verkehrliche und soziale Infrastruktur für eine Bebauung in dieser Dimension derzeit nicht geeignet sei. „Die Dichte ist aus meiner persönlichen Sicht insgesamt zu hoch, ein harmonischer städtebaulicher Übergang nicht gelungen, die Folgeproblematiken unzureichend gelöst.“, so Ewald. Diese Gründe seien dafür entscheidend, dass er dem Bebauungsplan insgesamt nicht zustimmen könne.

Trotz aller Kritik: Die Mehrheit votierte am Ende für den Bebauungsplan – neben dem Änderungsantrag der CSU auch mit einem von Grünen und SPD, mit dem besondere Wohnformen für Senioren, eine klimatisch und architektonisch wertvolle Gestaltung des Hochpunkts sowie einen Sachstandsbericht zum ESV-Sportplatz und einen Zeitplan für die Offenlegung des Hachinger Bachs forderte.

Die beiden letzten Punkte fanden Zustimmung und Häme zugleich: „Für den Sportplatz brauchen wir keinen Sachstandsbericht, sondern eine rechtzeitige Lösung!“, kommentierte Ewald, und zum Hachinger Bach weiter: „Ich kenne das Thema schon seit meiner Grundschulzeit. Wenn Sie sich mit einer Aussage in Berg am Laim lächerlich machen können, dann mit der, dass der Hachinger Bach auf absehbare Zeit an der Oberfläche fließen wird“.

 

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