Josephshäusl und Benifiziatenhaus: Denkmaleigenschaft soll geprüft werden

7. Juli 2020

Der Bezirksausschuss Berg am Laim möchte zwei weitere Gebäude im Bereich des historischen Ortskerns unter Denkmalschutz stellen. Sowohl für das „Josephshäusl“ als auch das „Benifiziatenhaus“ hat das Gremium auf Initiative des Planungsausschussvorsitzenden Fabian Ewald (CSU) die Denkmalschutzbehörden um Prüfung gebeten, ob diese als Einzeldenkmäler in die Denkmalliste eingetragen werden können.

Beide Gebäude befinden sich auf dem Gelände des ehemaligen Instituts der Englischen Fräulein, das heute die Maria-Ward-Mädchenrealschule nutzt. Im vergangenen Jahr war der örtliche Wunsch abgelehnt worden, das gesamte Gelände zwischen Josephsburgstraße und Echardinger Straße, auf dem sich neben dem Berg am Laimer Kreuzweg und der Loretokapelle zahlreiche Baudenkmäler befinden, unter Ensembleschutz zu stellen. Dies begründete die Verwaltung mit nachträglich errichteten Schulgebäuden, die den Gesamtcharakter des Ensembles stören.

Die Idee für den neuen Anlauf sei danach in Gesprächen mit dem Landesamt für Denkmalpflege entstanden, berichtete Ewald. So seien zwei der historischen Gebäude noch nicht als Einzeldenkmäler registriert.

Josephshäusl

Das sogenannte Josephshäusl. Foto: CSU

Das sogenannte Josephshäusl sei laut dem verfügbaren Kartenmaterial zwischen 1809 und 1813 für Handwerker der Hofmark Berg am Laim errichtet worden. Zum Zeitpunkt der Erbauung bestand die Hofmark aus fünf Bauernhöfen und vielen kleinen Söldenhäuschen. Das Gebäude ist heute das letzte, das noch in seinen ursprünglichen Ausmaßen in Berg am Laim erhalten ist. Unter den Englischen Fräulein hieß diese Sölde Josephshäusl, vorher Waßnerhaus. Bis 1934 wurde es als Totenhaus für den Friedhof an der Loretokirche verwendet. Heute befindet sich in dem Objekt eine Werkstatt für den Hausmeister der Maria-Ward-Realschule.

Das Benifiziatenhaus an der Echardinger Straße 20a ist im Zusammenhang mit den Englischen Fräulein – einem der wenigen weiblichen Lehrorden für Mädchen – zu sehen. Es wurde „Herrenhaus“ genannt, weil hier, außerhalb des Klosters, die Benifiziaten, also die Priester der Klosterfrauen, wohnten. Das Vordergebäude mit Stallungen wurde 1881 errichtet. Die Stallungen wurden später ersetzt, der vordere Teil ist noch im Original erhalten. Im 2. Weltkrieg wurde aufgrund einer Beschädigung der Dachstuhl erneuert. Zuletzt waren hier Studenten und der Hausmeister untergebracht.

Sollte eine Eintragung in die Denkmalliste erfolgen, wäre nicht nur die historische Bausubstanz, sondern auch die Sichtbeziehungen mit geschützt, so die Hoffnung vor Ort. Dem Ziel des Erhalts der verbleibenden geschichtlichen Zeugen des alten Ortskerns wäre man damit ein gutes Stück näher.

Fabian EwaldJosephshäusl und Benifiziatenhaus: Denkmaleigenschaft soll geprüft werden