Bebauung Truderinger Straße: Eins im Ziel, uneins im Vorgehen

29. Juni 2018

Das Bauvorhaben an der Truderinger Straße: Es beschäftigt nicht nur die Anwohner rund um das Planungsareal, sondern auch den Bezirksausschuss in Berg am Laim.

Wie berichtet, sieht der Siegerentwurf des städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerbs vor, auf dem jetzigen Acker rund 863 Wohneinheiten zu errichten – nochmals deutlich mehr, als die bisherige Zahl von 750, die dem Bezirksausschuss und seit einer Bürgerveranstaltung auch den Anwohnern bekannt war.

Feld Truderinger Straße

Das Feld an der Truderinger Straße heute – die Pläne für die Zukunft sorgen für Diskussionen. Foto: Unser Berg am Laim

Vor Ort reichen die Reaktionen von erstaunt bis entsetzt. Knapp 200 Anwohner haben sich daher kürzlich mit einem Schreiben direkt an Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) gewandt und eine strikte Beschränkung auf die maximale Anzahl von 750 Wohneinheiten und deutliche Nachbesserungen am Entwurf gefordert.

Die Begründung: Im Eckdaten- und Aufstellungsbeschluss des Stadtrats war diese Zahl enthalten und auch in der Bürgerveranstaltung im Januar wurde diese genannt.

Der jetzige Entwurf mit nochmals deutlich mehr Wohneinheiten füge sich baulich keinesfalls in die Umgebung ein, auch die Verkehrssituation sei angespannt und für noch mehr Einwohner nicht ausgelegt. Der Wille aus der Bürgerbeteiligung sei daher dringend zu berücksichtigen und die Anzahl der Wohneinheiten zu begrenzen.

Bezüglich der Forderung nach einer Beschränkung der Wohneinheiten besteht – über die Fraktionsgrenzen hinweg – auch im Bezirksausschuss offenbar grundsätzlich Einigkeit.

Eine Diskussion entwickelte sich in der vergangenen Sitzung trotzdem: Denn die CSU, der das Schreiben der Anwohner vorlag, beantragte, sich dem möglichst rasch auch offiziell anzuschließen und der Stadtverwaltung gegenüber eine Begrenzung auf maximal 750 Wohneinheiten einzufordern. Das Argument: Der Entwurf befindet sich gerade in der Überarbeitung, die Zahl von rund 860 Wohneinheiten bereits in der Presse. „Ich möchte nicht, dass wir uns dem Vorwurf aussetzen, zu lange nicht gehandelt zu haben. Der Zeitpunkt dafür, die Forderung der Bürger zu unterstützen, ist jetzt genau richtig“, verdeutlichte Fraktionssprecher Fabian Ewald.

Neubaugebiet Visualisierung

Visualisierung der aktuellen Planung. Grafik: 03 Architekten

Dass man das Ziel zwar mittrage, mit einer offiziellen Äußerung noch aber abwarten sollte, machte der Bezirksausschussvorsitzende Robert Kulzer (SPD) klar. „Wir haben im Juli die Bürgerversammlung und eine städtische Informationsveranstaltung zu dem Thema“, so Kulzer. Danach solle man alle Aspekte in einer Stellungnahme zusammenfassen und dem Planungsreferat übermitteln.

Dem wiederum entgegnete Johann Kott (CSU), dass dies dem aktuellen Antrag nicht widerspreche. „Die Zahl der Wohneinheiten legt auch mit die bauliche Dichte fest. Das ist am Ende der Punkt, an dem sich alles entscheidet“, befand der Architekt. Die Detailfragen könne man dann ja im Anschluss an die Veranstaltungen im Juli noch erörtern, jetzt gelte es aber, keine Zeit zu verlieren.

Trotz allem: Am Ende wurde der Antrag trotz inhaltlicher Einigkeit mit 9 Stimmen von SPD und Grünen in die nächste Sitzung vertagt – gegen 8 Stimmen der CSU und der ÖDP.

Fabian EwaldBebauung Truderinger Straße: Eins im Ziel, uneins im Vorgehen