Wohnen am Selfstorage

31. Oktober 2018

Der Selfstorage-Anbieter in der St.-Veit-Straße will aufstocken. An der Seite Kreillerstraße 77 soll ein weiteres Geschoss mit Büros aufgesetzt werden. Damit würde das Gebäude dann genauso hoch wie der Flügel an der St.-Veit-Straße, der bereits fünfgeschossig ist. Im Bezirksausschuss konnte man der Planung durchaus etwas abgewinnen. „Ein verglaster Kasten obendrauf macht das Gebäude ein bisschen lebendiger“, fand BA-Chef Robert Kulzer (SPD).

Auf dem freien Grundstück gleich daneben soll zudem ein neues Wohnhaus entstehen. In das Gebäude soll im Erdgeschoss und Teile des ersten Stocks eine Kinderkrippe mit 24 Plätzen einziehen. Insgesamt sollen hier 21 Wohnungen entstehen, die zwischen 50 und 100 Quadratmeter groß sind. Die großen Wohneinheiten liegen im etwas eingerückten Dachgeschoss. Damit es in diesen Penthouse-Wohnungen einen guten Ausblick gibt, ist der Bau nochmal um 1,60 Meter höher geplant als der Selfstorage nebenan.

Die Nachbarn allerdings stört die Höhe sehr. „Die Kita ist doch nur das Zuckerl und macht die Luxus-Wohnungen obendrauf möglich“, so ein Anwohner verärgert, der auch das Thema Kinderlärm kritisch anmerkte. „Wir sehen die Kita als Pluspunkt“, stellte Kulzer klar. In diesem Punkt erhielt er die Zustimmung aller Fraktionen. „Auf die Kita können wir in keinem Fall verzichten“, bestätigte etwa auch CSU-Fraktionssprecher Fabian Ewald.

Self Storage

Self Storage an der St.-Veit-Straße. Dieser soll aufgestockt werden, daneben sollen Wohnungen und eine Kita entstehen. Foto: Unser Berg am Laim

Die Höhenentwicklung wurde dennoch kritisch gesehen. Schon der Selfstorage sei höher geworden als ursprünglich gedacht, erklärte der Anlieger. „Wir haben deshalb beim Bau damals das schriftliche Zugeständnis erhalten, dass der Bauträger auf eine Bebauung dieses Grundstücks verzichtet.“ Im endgültigen Baubescheid stehe dieser Verzicht allerdings nicht drin, meinte Kulzer.

Die Anwohner machen sich zudem Sorgen um etwa 30 Grenzbäume zu ihrer Wohnanlage, da dort offenbar die Tiefgarageneinfahrt geplant ist. Der Abstand bis zum geplanten Gebäude sei schon sehr knapp. Zudem seien Anlieferung und Kita-Zufahrt nicht richtig vorgesehen.

In Summe habe sich der Selfstorage als nicht so negativ erwiesen wie befürchtet, fand das Gremium. Das Wohnen nun halte man für verträglicher als eine Erweiterung der Aufbewahrungsabteile. Einstimmig war man dabei aber der Meinung, auf den Erhalt der Bäume sowie eine adäquate Lösung für die An- und Abfahrt nochmal hinzuweisen.

Fabian EwaldWohnen am Selfstorage