Kein blinder Aktionismus bei Verkehrsberuhigung für Baumkirchner Straße

1. Februar 2019

Ein Ortskern und eine Durchgangsstraße – die Baumkirchner Straße ist beides und genau das ist das Problem. Im Bezirksausschuss Berg am Laim lag jetzt ein Antrag der Grünen Fraktionssprecherin Brigitte Schulz für einen verkehrsberuhigten Geschäftsbereich in Berg am Laimer Ortskern vor. Schließlich würden in den nächsten Jahren weitere Neubaugebiete und damit mehrere hundert Wohnungen hinzukommen. Was nicht nur mehr Verkehr, sondern auch mehr Menschen im Ortskern bei Kita, Markt, Läden, Restaurants und Behrpark bedeute.

Unklar jedoch, wie genau man die Fahrzeuge runterbremsen will. Auf jeden Fall „was Bauliches, das auch optisch sichtbar ist“, so die Aussage der Grünen. Etwa eine Fußgängerinsel auf Höhe des „Grünen Marktes“, um Fußgängern die Querung dort zu erleichtern. Oder vielleicht Blumenkübel.

Doch solche Hindernisse würden den Verkehr nicht abhalten, sondern vor allem in die Anliegerstraßen wie die Hansjakobstraße verlagern, monierte CSU-Sprecher Fabian Ewald. Damit reduziere sich die Lebensqualität in den angrenzenden Wohnstraßen.

Baumkirchner Straße

Baumkirchner Straße. Foto: Unser Berg am Laim

Zwar sei es reizvoll, den Verkehr im Stadtteilzentrum zu reduzieren. Aber erstmal müsse man die verkehrlichen Auswirkungen eines solchen Vorhabens genau untersuchen, so Ewald.

Die Baumkirchner Straße sei schließlich die Verbindung zur Unterführung am S-Bahnhof Berg am Laim, eine von nur vier Verbindungen über die Gleistrasse im Münchner Osten. „Wo ist denn aktuell sonst noch eine Nord-Süd-Verbindung möglich“, fragte Johann Kott (CSU).

Tatsächlich sei die Baumkirchner Straße auch ganz formell als übergeordnete Durchgangsstraße definiert, erklärte der Vorsitzende Robert Kulzer (SPD). Daher habe man mit der Anordnung von Tempo 30 wegen des Kindergartens im Ortskern schon einen großen Schritt vorwärts gemacht.

„Der Antrag macht nur Sinn, wenn wir – wie beantragt – eine weitere Unterführung haben“, führte Ewald aus. Zudem sei der Antrag reichlich unkonkret. Schulz solle erst einmal definieren, was genau sie überhaupt wolle. Problematisch sei auch der Zeitpunkt des Antrags. Schließlich sei die Baumkirchner Straße erst vor wenigen Jahren für viel Geld komplett saniert und umgebaut worden.

So fiel der Antrag am Ende mehrheitlich durch.

Fabian EwaldKein blinder Aktionismus bei Verkehrsberuhigung für Baumkirchner Straße