Griechische Schule: „Kompromissvorschlag“ der Stadt stößt auf Kritik

2. Februar 2018

Überraschende Entwicklung in Sachen Griechische Schule in Berg am Laim: Offenbar versucht die Stadt hinter den Kulissen den Griechen doch noch entgegenzukommen. Die Reaktionen im Bezirksausschuss Berg am Laim reichen von überrascht über verärgert bis befremdet.

„Wir wollen vom Oberbürgermeister wissen, was da läuft!“ Von mehreren Stellen auf verschiedenen Ebenen hatte CSU-Sprecher Fabian Ewald zuvor erfahren, dass es Neues in Sachen Griechische Schule gibt – weshalb er das Thema auf der jüngsten Bezirksausschusssitzung spontan auf die Tagesordnung hievte. Die Hinweise hätten sich verdichtet, dass aktuell „von der höchsten politischen Ebene dieser Stadt“ eine Initiative zu einer einvernehmlichen Lösung mit der Republik Griechenland laufe.

Demnach solle das Grundstück geteilt werden, um der Republik Griechenland zu ermöglichen, auf einem Teil doch noch eine griechische Schule zu bauen, und lediglich die verbleibende Fläche für den eigenen Schulbedarf zu nutzen. Zur Erinnerung: Im vergangenen Jahr hatte der Stadtrat eigentlich beschlossen, hier ein eigenständiges Gymnasium, ein Haus für Kinder und eine Sporthalle zu errichten, um den dringenden Bedarf vor Ort zu decken.

Eine solche Lösung, wie anscheinend von der Stadtspitze angestrebt, hätte wohl keine guten Folgen für Berg am Laim, so Ewald. Seine Fragen: Entfällt das Haus für Kinder? Gibt es kein weiteres Gymnasium, sondern nur eine Erweiterung des Michaeli-Gymnasiums? Wäre das in dieser Größe noch handhabbar? Was bedeutet das für den benachbarten FC Phönix? „Der Bezirksausschuss sollte sich offiziell an den Oberbürgermeister wenden und nachfragen“, forderte der CSU-Sprecher.

Nachdem die Griechen „einen Riesenterz in Berlin, Brüssel und überall“ machen würden, versuche die Stadt einen Eklat zu vermeiden, erklärte BA-Chef Robert Kulzer (SPD). Seines Wissens nach sei „ein Versuch in Arbeit, aber nichts Definitives.“ Von den Griechen gebe es wohl auch noch keine Aussage dazu. „Bisher gibt es keine Anzeichen, in welche Richtung es laufen soll.“ Einen solchen Schritt auf die Griechen zuzugehen, halten andere BA-Mitglieder für verheerend. Das Gremium forderte daher einstimmig entsprechende Auskünfte und will gegenüber dem Oberbürgermeister seine klare Haltung verdeutlichen.

Die Stadt bestätigt Ewalds Informationen. Aktuell befinde man sich in Gesprächen mit Vertretern des griechischen Staates, um eine gemeinsame Lösung zu finden, so die offizielle Verlautbarung aus dem Presseamt. „Vom weiteren Verlauf dieser Gespräche wird es auch abhängig sein, ob gegebenenfalls eine gemeinsame Nutzung des Grundstücks durch das Michaeli-Gymnasium und die ursprünglich geplante griechische Grund- und Teilhauptschule möglich ist.“

Griechische Schule

Die Bauruine der griechischen Schule – hier passiert seit langem nichts mehr. Foto: Unser Berg am Laim

Bei den Griechen spricht man offen über den sogenannten Kompromissvorschlag, der aus Sicht des Bezirksausschusses keiner sein dürfte. Er liege derzeit zur Prüfung in Athen beim zuständigen Kultusminister.

Ein entscheidender Punkt: Zwei Schulen hätten nur Platz, wenn der halb fertige Rohbau der Griechen an der Hachinger-Bach-Straße abgerissen werden würde. Doch wer trägt die Kosten dafür? Zudem sind da schon ein paar Millionen Euro reingeflossen. Weshalb die Griechen nach eigener Aussage lieber so schnell wie möglich fertig bauen würden.

Die Fragen des Bezirksausschusses haben auch den Stadtrat auf den Plan gerufen. Im Kommunalausschuss lag nur zwei Tage später ein Antrag zur dringlichen Beratung vor, der in die nächste Vollversammlung vertagt wurde.

Fabian EwaldGriechische Schule: „Kompromissvorschlag“ der Stadt stößt auf Kritik