Bosch-Werk Berg am Laim: Unsichere Zukunft

27. August 2021

Wie vor wenigen Wochen bekannt geworden ist, gibt es beim Bosch-Konzern Überlegungen, das Werk in der Truderinger Straße zu schließen. Dort werden vor allem Einspritzventile und Kraftstoffpumpen für die Automobilindustrie gefertigt. Die drohende Schließung hat zwischenzeitlich auch den Bezirksausschuss Berg am Laim erreicht: Dieser hat in der Juli-Sitzung auf Initiative von CSU und SPD einstimmig einen Appell verabschiedet, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um das Werk und die Arbeitsplätze in Berg am Laim zu erhalten.

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Das Bosch-Werk an der Truderinger Straße. Foto: Unser Berg am Laim

Ob dieser Einsatz allerdings Erfolg hat, ist fraglich. In dem Fall, dass Bosch an der Schließung des Werkes festhält und das Grundstück verkauft, soll die Stadt München das Grundstück erwerben und dafür unverzüglich Kontakt mit dem Bosch-Konzern aufnehmen, so die vorsorgliche Forderung des Bezirksausschusses in Richtung der Stadt.

In der Truderinger Straße 191 könnten beispielsweise eine Grundschule und ein Seniorenheim gebaut werden. Es „wäre ein geeignetes Grundstück, auf dem beides realisiert werden könnte,“ so die Antragssteller. Dort könnte zudem auch die Freilegung des Hachinger Bachs realisiert werden.

In die frühzeitigen Überlegungen haben vermutlich auch die Erfahrungen des Bezirksausschusses beim Verkauf des Bogner-Areals Einfluss gefunden: Auch hier hatte der Bezirksausschuss einen Ankauf zur Schaffung von sozialer Infrastruktur gefordert. Wie das Kommunalreferat mitteilte, waren die Bemühungen für einen Erwerb aber nicht erfolgreich.

Grundschule und Senioreneinrichtungen werden benötigt

Der Stadtteil Berg am Laim wächst konstant. Daher werden die neue Grundschule und Senioreneinrichtungen benötigt. Schon 2016 wurde festgestellt, dass in der Sozialregion Berg am Laim-Trudering- Riem zu wenig vollstationäre Pflegeplätze vorhanden sind. Und der Bedarf steigt weiter. So prognostiziert der Demographiebericht von 2019 bis zum Jahr 2040 ein Wachstum von 30,1 Prozent bei Senioren über 75 Jahre und sogar von 45,1 Prozent bei den 70 bis 74-Jährigen.

„Auch das Alten- und Servicezentrum ist in die Jahre gekommen und reicht für die künftigen Bedarfe nicht mehr aus,“ stellen CSU- und SPD-Fraktion fest. Selbst wenn es nun endlich barrierefrei ausgebaut wird, bietet der derzeitige Standort nicht viel Platz und das ASZ könnte dort seine Angebote nicht ausweiten. Nicht umsonst hat die Seniorenvertretung von Berg am Laim bereits im Dezember 2019 den Antrag gestellt, ein Grundstück für einen Neubau des Alten- und Servicezentrums zu sichern und die nötigen Mittel dafür bereit zu stellen.

Fabian EwaldBosch-Werk Berg am Laim: Unsichere Zukunft