Endlich: Geschwindigkeitsdisplays in Erprobung

3. Februar 2019

Seit Jahren fordern Kommunalpolitiker und Eltern von der Stadt Maßnahmen, um vor allem im Umfeld von Schulen und Kindertagesstätten Autofahrer zu mahnen, das Tempo zu drosseln. Verlangt wurden mobile Geschwindigkeitsanzeiger wie so genannte Dialog Dis­plays. Nach langem Ge­zer­re hatte der Stadtrat vor einem Jahr den Einsatz von fünf solchen Stationen, bestehend aus jeweils zwei Geräten für beide Fahrtrichtungen, beschlossen.

Dialog-Display

Das Dialog-Display an der Grafinger Straße. Foto: Unser Berg am Laim

Jetzt sind sie auch in Berg am Laim im Einsatz: Das erste Exemplar steht im Bereich der Grundschule an der Grafinger Straße.

Die Messeinrichtungen werden – 24 Monate lang zur Probe – von einer Firma stadtweit in Tempo-30-Zonen im Bereich von Kindergärten und Schulen aufgestellt. Die jeweils fünf Einsatz­orte wechseln in den 25 Münchner Stadtbezirken – pro Versuchsjahr einmal in jedem Stadtbezirk.

An jedem Standort stehen sie etwa zwei Monate. Ist der Probebetrieb erfolgreich, erhalten die Bezirksausschüsse die Möglichkeit, solche Anlagen selbst anzuschaffen – aus ihrem Budget.

Besagte zwei Monate gliedern sich stets in drei Phasen: In den ersten zwei Wochen sind die An­zeigen verdeckt, die Anlagen sammeln Verkehrsdaten. In den anschließenden vier Wochen sind die Anzeige-Elemente aufgedeckt, um die Wirkung der Anzeige zu analysieren. In den abschließenden zwei Wochen wer­den die Anzeige-Elemente wieder verdeckt, um zu evaluieren, wie sich das Geschwindig­keits­verhalten im Nachgang entwickelt.

Wie funktionieren die mobilen Geschwindigkeitsanzeiger? Passiert ein Autofahrer den Messbereich in vorgeschriebenem Tempo oder gar langsamer, leuchtet in Grün das Wort „Danke“ auf, darüber steht ein lachendes Kindergesicht.

Tritt ein Fahrer hingegen das Gaspedal durch, ist er zu schnell unterwegs, mahnt das Display in roter Schrift „Langsam“. Die Displays treten quasi in Dialog mit den Autofahrern, daher werden die Anlagen oft auch als „sprechende Verkehrszeichen“ bezeichnet.

Übrigens: Bereits 2009 hatten Mitarbeiter der Technischen Universität im Auftrag des Kreisverwa­l­tungsreferats (KVR) zwei Dialog-Display-Feldversuche durchgeführt – in Pasing beim Bert-Brecht-Gymnasium und in Trudering an der Friedenspromenade in der Nähe von Bushaltestellen. Das E­r­gebnis: Bei allen Checks hatten die Autofahrer das Tempo gedrosselt. Sie fuhren auch langsamer, als die Anlagen längst wieder abgebaut waren.

Fabian EwaldEndlich: Geschwindigkeitsdisplays in Erprobung