Stadtwerke prüfen Kraftwerke am Michaelibad

18. März 2018

Die Nachricht hat bereits in Ramersdorf-Perlach für einigen Unmut gesorgt: Die Stadtwerke München (SWM) prüfen die Errichtung zweier Kraftwerke auf dem Parkplatz des Michaelibads im Eingangsbereich des Ostparks.

Dort, so die Überlegungen, soll zunächst als Ersatz für den gemäß Ergebnis des Bürgerentscheids „Raus aus der Steinkohle“ abzuschaltenden Block 2 des Heizkraftwerks München Nord bis 2022 ein Gaskraftwerk errichtet werden. Für den Zeitraum zwischen 2027 und 2030 ist zudem der Bau eines Geothermiekraftwerks in Prüfung. Dies wurde nun durch die SWM dem zuständigen Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach präsentiert – in Berg am Laim möchte man die Pläne dann im April vorstellen.

Gaskraftwerk

Großer Kamin: So ähnlich wie an der Ständlerstraße in Neuperlach könnte das Gaskraftwerk am Michaelibad aussehen. Foto: Unser Berg am Laim

Das gasbefeuerte Heizwerk mit Wärmespeicher – ein 10 Meter hoher und 32 Meter langer Block mit zwei bis zu 40 Meter hohen Kaminen – benötigt eine Grundfläche von insgesamt 3000 Quadratmetern, vergleichbar etwa dem Kraftwerk am Ende der Ständlerstraße in Neuperlach.

Das Kraftwerk soll auf dem westlichen Teil des jetzigen Parkplatzes in direkter Nähe zum Michaelibad untergebracht werden. Ideal sei die Lage laut SWM, schließlich könne man an dieser Stelle gleich in zwei Fernwärmenetze einspeisen. Und: Es sei unmittelbar angrenzend sogar noch die Entwicklung eines Geothermiekraftwerks möglich.

Gaskraft und Geothermie auf dem Parkplatz des Michaelibads mitten zwischen Wohngebiet und Wohnsiedlung? Im Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach sowie bei Anwohnern stoßen die Pläne auf heftige Kritik.

Parkplatz Michaelibad

Parkplatz des Michaelibads: Hier prüft die SWM die Errichtung eines Heizkraftwerks. Foto: Unser Berg am Laim

So sei der Parkplatz dringend notwendig und gerade im Sommer durch die Besucher des Michaelibads, des Ostparks und des Michaeligartens bereits stark überlastet. Die Realisierung beider Projekte würde bedeuten, dass von dem bisherigen Parkplatz wohl lediglich die Behindertenparkplätze bestehen bleiben würden, gibt auch die SWM zu – eine weitere Verdrängung in die umliegenden Wohngebiete in Berg am Laim wäre zu erwarten.

Der Baumbestand am bisherigen Parkplatz wäre da wohl gefährdet.

Auch sei der Ausstoß von Kohlenmonoxid und Stickoxiden mitten im Wohngebiet im Rahmen der Gasverbrennung hochproblematisch, zumal diese in einem Umkreis von mehreren hundert Metern wieder auf den Boden gelangen können. Weiterhin sei die Zeitschiene aufgrund der planungsrechtlichen Situation mehr als zweifelhaft, so die Argumente in Ramersdorf-Perlach.

Argumente, die auch bei der kommenden Diskussion in Berg am Laim eine Rolle spielen dürften. Zwar sei der Parkplatz nur einer von mehreren denkbaren neuen Standorten, so die SWM. Dennoch möchte man offenbar vorbereitet sein, sollte die Bundesnetzagentur einer Stilllegung des Kohleblocks im Münchner Norden zustimmen.

Fabian EwaldStadtwerke prüfen Kraftwerke am Michaelibad