Optimol-Gelände: Weiteres Wahrzeichen fürs Werksviertel

12. März 2018

Ein Gebäude ohne rechten Winkel, mit offenen Terrassen innerhalb der Stockwerke und mit einer innovativen Fassade – die Pläne für die Neubebauung der Optimol-Werke an der Friedensstraße 10 versprechen ein weiteres Wahrzeichen für das Werksviertel in Berg am Laim.

Der Entwurf für das ungewöhnliche Büro- und Geschäftshaus stammt vom renommierten Büro Nieto Sobejano Arquitectos, aus deren Zeichenfeder in München bereits das Hochhaus-Ensemble Bavaria Towers am Bogenhauser Vogelweideplatz stammt.

Außenansicht

Außenansicht des Gebäudes. Foto: Nieto Sobejano Architekten / Wöhr + Bauer

Der Eigentümer-Familie Maltz sind begeistert von der Planung. Die Architekten hätten den „Spirit of Optimol“ gut erfasst. Die fließenden Formen des Gebäudes würdigen den fluiden Stoff, der zu dem globalen wirtschaftlichen Erfolg des Schmierstoff-Spezialisten geführt hat. Der offene Innenhof weitet den zentralen Platz des Werksviertels auf – genauso wie es das Optimol-Gelände einst getan hat. Aus der Vogelperspektive ist das große C zu erkennen, das einst schon von den Gebäuden und Anlagen der Optimol-Werke gebildet wurde.

In den beiden architektonisch markant abgesetzten Sockelgeschossen sollen Einzelhändler, Gastronomie und Co-Wörking-Zonen unterkommen – mit Sichtbeziehungen auf den Innenhof und den zentralen Werksviertel-Platz. Darüber entstehen Flächen für Büros und andere Nutzungen. Die Gebäude sechsgeschossig, nur zur Friedensstraße entsteht ein 64 Meter hoher Turm mit 17 Geschossen. Grüne Terrassen auf den Dächern dienen als Orte der Begegnung. Zum Gebäudekonzept gehören außerdem Gärten auf verschiedenen Ebenen, unter anderem als Loggien im Hochhaus.

Da die Geländekante an der Friedensstraße höher liegt als die Rosenheimer Straße wird man vom Hochhaus-Dach nicht nur über die umliegenden Hochhäuser drüber schauen können, Das Gebäude wird auch von den Gleisen und Bahnsteigen des Ostbahnhof deutlich sichtbar sein und damit eine starke Rolle innerhalb des Werksviertels einnehmen. „Ein Haus, das man nicht auf den ersten Blick übersehen kann, von dem der Blick nicht gleich wieder abgleitet“, freut sich Heinrich M. Maltz jun.

Konzept

Zukunft und Vergangenheit im Vergleich. Foto: Nieto Sobejano Architekten / Wöhr + Bauer

Das außergewöhnliche Gebäude entspreche der besonderen Geschichte des Standorts, von dem früher etliche Innovationen ihren Anfang nahmen. „Die Optimol-Ölwerke sind in Fachkreisen weltweit für Erfindergeist und technische Innovationskraft bekannt“, erklärt Wolfgang Roeck, Geschäftsführer des Münchner Projektentwicklers Wöhr + Bauer.

Seine Firma ist Partner der Familie Maltz. Zusammen wird man die Neubebauung nicht nur umsetzen, sondern sie nach Fertigstellung behalten: Der Südteil bleibt bei Maltz, der Nordteil bei Wöhr + Bauer. Die Optimol-Immobilie wird das erste große Bestandsobjekt in München von Wöhr + Bauer. Ein Partner, der nur „durchhandelt“, wäre nicht akzeptabel gewesen, sagt Seniorchef Heinrich N. Maltz.

Im April soll das Projekt der Stadtgestaltungskommission vorgestellt werden. Von den Werksviertel-Eigentümern und dem Planungsreferat gab es bereits positive Resonanz. Noch in diesem Jahr soll der Abriss auf dem Optimol-Areal starten. Wird Ende 2018 der Bauantrag genehmigt, beginnen im Frühjahr 2019 die Bauarbeiten, Ende 2021 soll der Neubau fertig sein.

Ausstellung

Bis zum 16. März 2018 gibt es an der Friedensstraße 10 in den früheren Wohnräumen der Maltz-Familie eine Ausstellung mit Simulationen und Modellen der neuen Bebauung. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 12 bis 13.30 Uhr und 17 bis 20 Uhr. Samstag/Sonntag: 11 bis 17 Uhr

Fabian EwaldOptimol-Gelände: Weiteres Wahrzeichen fürs Werksviertel