Bebauung an der Truderinger Straße: Verkehr ist problematisch

28. September 2017

Rund 750 Wohneinheiten, drei Kindertagesstätten und mehrere kleine Geschäfte: Die Bebauung einer der letzten verbleibenden Ackerflächen in Berg am Laim an der Truderinger Straße ist ein Mammutprojekt. In der Septembersitzung des Bezirksausschusses wurden nun erstmals Details bekannt.

Grundsätzlich – so der Tenor im Berg am Laimer Lokalparlament – trage man die Entwicklung des Gebietes mit Wohnbebauung mit. Dass dies kommen würde, habe man schließlich schon seit Jahren absehen können. Auch die Freilegung des Hachinger Baches, die man in Berg am Laim seit vielen Jahren herbeisehne, werde durch die Bebauung beschleunigt. In einem Gespräch im Juli hätten die beiden Investoren dem Bezirksausschuss auch bereits zugesichert, dass die erforderlichen Flächen für dieses Projekt zeitnah der Landeshauptstadt München zur Verfügung gestellt werden können, berichtete BA-Vorsitzender Robert Kulzer (SPD).

Dennoch führt ein Vorhaben dieses Umfangs selbstverständlich zu Diskussionen. CSU-Mandatar Johann Kott etwa forderte, ein übergeordnetes Verkehrskonzept zu erstellen – denn mit bis zu 2.300 zusätzlichen Fahrten werde das Vorhaben eine erhebliche Mehrbelastung für die Umgebung darstellen. Insbesondere der Tunnel am S-Bahnhof Berg am Laim werde hier als Nadelöhr besonders betroffen sein. Hier müsse dringend eine Lösung her.

Zwar wolle der BA eine Verkehrsreduzierung anstreben, etwa durch die Integration von Car-Sharing-Angeboten, machte Kulzer klar. Zum jetzigen Zeitpunkt öffentlich eine Diskussion über eine Aufweitung des Tunnels zu führen, sei aber nicht zielführend.

Acker an der Truderinger Straße

Acker an der Truderinger Straße. Foto: Unser Berg am Laim

 

Dennoch sei das Thema Verkehr weiterhin hochproblematisch, befand die CSU. Schließlich werde dieses Bauvorhaben gemeinsam mit der Fertigstellung der letzten Bauabschnitte in Baumkirchen Mitte und der geplanten Verkehrsberuhigung im Ortskern Trudering gerade für die Baumkirchner Straße eine erhebliche Mehrbelastung bedeuten. Der Bezirksausschuss müsse daher auch die Erweiterung des Tunnels rasch zu seinem Thema machen und zusätzlich auf eine weitere, bereits zugesagte Bushaltestelle an der Truderinger Straße bestehen, forderte CSU-Fraktionssprecher Fabian Ewald. Und: Eine zuvor von Kulzer ins Spiel gebrachte Verringerung der Tiefgaragenstellplätze sei nicht zielführend.

Auch die Höhenentwicklung sei zu thematisieren, befand Brigitte Schulz (Bündnis 90/Die Grünen), die die Aufnahme konkreter Vorgaben in die Stellungnahme des Bezirksausschusses forderte, sich jedoch hiermit nicht bei der Mehrheit durchsetzen konnte. Denn: Bereits die ersten Studien haben gezeigt, dass man sich hier bemühe, eine sinnvolle städtebauliche Eingliederung in die Umgebungsbebauung, herzustellen. Dieses Ziel sei auch in der Vorlage bereits enthalten.

Besonderen Wert wird der Bezirksausschuss jedoch auf eine umfassende und möglich frühzeitige Bürgerinformation und -beteiligung legen. Diese Forderung, so Kulzer, sei den Investoren und dem Planungsreferat bereits bekannt.

Fabian EwaldBebauung an der Truderinger Straße: Verkehr ist problematisch