Gerichtsentscheidung zum Konzerthaus: Preisgericht kann im Herbst tagen

10. August 2017

Das Oberlandesgericht München hat die sofortige Beschwerde eines Architekten zurückgewiesen, der auf juristischem Wege die Zulassung für den laufenden Architektenwettbewerb für das neue Münchner Konzerthaus im Werksviertel erreichen wollte. Bayerns Innen- und Bauminister Joachim Herrmann (CSU) sieht die Staatsbauverwaltung damit bestätigt und erwartet jetzt schnelle Ergebnisse bei dem Architektenwettbewerb. „Das Oberlandesgericht hat uns heute Recht gegeben. Wir wollen jetzt keine Zeit verlieren. Noch im Herbst soll das Preisgericht tagen. Der beste Entwurf soll gewinnen, damit endlich gebaut werden kann“ so Herrmann. Baubegin für das Konzerthaus soll dann bereits im kommenden Jahr 2018 sein.

Das Staatliche Bauamt München 1, das als sogenannter Auslober des Architektenwettbewerbs auftritt, hatte von den rund 200 Architekturbüros, die sich für diesen Planungswettbewerb angemeldet hatten, mit Hilfe eines Gremiums eine Auswahl getroffen. Insgesamt sollten rund 35 Büros am Wettbewerb teilnehmen. Architekt Stephan Braunfels vertrat die Ansicht, dass er zu der ausgewählten Gruppe von 35 teilnehmenden Büros gehören müsse und hatte sich gegen seine Nichtberücksichtigung gewendet. Der Architektenwettbewerb musste daraufhin für Monate auf Eis gelegt, die bereits terminierte Preisgerichtssitzung verschoben werden.

Heute hat das Oberlandesgericht seine sofortige Beschwerde zurückgewiesen. „Der Architektenwettbewerb kann endlich fortgesetzt werden. Die Entwürfe der Architekturbüros wurden längst alle eingereicht. Jetzt kann die Auswertung beginnen. Der Wettbewerbsgewinner soll schon im Herbst feststehen. Baustart ist im Frühsommer 2018 geplant“, so der Innenminister.

Der neue Entwurf ist für das Werksviertel im Westen Berg am Laims geplant. Auf einer Fläche von fast drei Fußballplätzen können rund 2.600 Zuhörer bald im neuen Zuhause des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks Musik auf Weltklasseniveau lauschen. Die Aufgabe für die Architekten ist anspruchsvoll. So sind ein großer Symphonie-Saal mit bis zu 1.800 Plätzen, ein kleiner Saal mit bis zu 600 Plätzen und ein sogenannter Werkstattraum mit etwa 200 Plätzen vorgesehen. Außerdem sollen die Architekten in ihren Entwürfen Räume für die musikalische Bildung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen einplanen.

Bauminister Herrmann: „Ich freue mich, dass die Misstöne auch offiziell beseitigt sind. Die Bürgerinnen und Bürger erwarten baldige Ergebnisse. Der Architektenwettbewerb wurde lange genug aufgehalten. Wir dürfen nicht vergessen, was das Wichtigste beim Konzertsaal München ist: Da ist Musik drin!“

Die Freude über die Entscheidung teilt man auch auf lokaler politischer Ebene im Stadtbezirk Berg am Laim. Hier erwartet man sich durch das Vorhaben über die Parteigrenzen hinweg eine Aufwertung des Stadtteils.

Fabian EwaldGerichtsentscheidung zum Konzerthaus: Preisgericht kann im Herbst tagen