Zweites Schulbauprogramm: Viele Fragen offen

1. Juni 2017

Im Bildungsbereich soll sich viel tun in Berg am Laim. Das zumindest lässt sich aus dem Entwurf zum zweiten Schulbauprogramm entnehmen, das im Mai der Unterausschuss Bildung des Bezirksausschusses Berg am Laim behandelte. Doch: wann genau bleibt oftmals ungewiss.

„In der Vorlage sind zwar viele Vorhaben enthalten, die wir begrüßen, fast überall fehlen jedoch Angaben zum konkreten Zeitplan“, berichtete der stellvertretende Unterausschussvorsitzende Fabian Ewald (CSU) im Plenum.

Blaues Haus der Grundschule an der Berg-am-Laim-Straße

Platz für Schulen und Sport ist knapp in Berg am Laim: Sichtbares Zeichen ist die Container-Erweiterung der Grundschule an der Berg-am-Laim-Straße. Foto: Unser Berg am Laim

So etwa bei der geplanten Grundschule auf dem Grundstück der ehemaligen Flüchtlingsunterkunft an der St. Veit-Straße. Zwar sei zu begrüßen, dass die dringend benötigte Grundschule auf dem kirchlichen Grundstück endlich im Programm enthalten sei, dennoch sei mit Blick auf die hohe Dringlichkeit des Vorhabens ein konkreter Zeitplan unbedingt erforderlich.

Auch solle eine 5-zügige Umsetzung geprüft werden, da nur so der rapide steigende Bedarf in Berg am Laim gedeckt werden könne, so Ewald. Insgesamt hofft das Stadtteilparlament, dass aus der neuen Grundschule, dem angrenzenden Michaeli-Gymnasium, dem Grundstück der griechischen Schule an der Hachinger-Bach-Straße sowie den Sportflächen des FC Phönix ein großer Schul- und Sportcampus entsteht.

Dafür seien, so die Forderung des Unterausschusses, schon jetzt hinreichend Sportflächen vorzusehen: So solle die Sporthalle auf dem Gelände der künftigen Grundschule eine Dreifachsporthalle mit Vereinsnutzung werden, zudem könnten Sportflächen auf dem Dach entstehen. Auch sei ein zusätzliches Haus für Kinder auf dem Grundstück wünschenswert. Zwar musste der Vorsitzende Robert Kulzer (SPD) nach einem Gespräch mit dem zuständigen Referat auf die gegebene Platzknappheit verweisen, immerhin jedoch konnte er berichten, dass die Schaffung von Sportflächen auf dem Dach mittlerweile untersucht werde. Ebenfalls arbeite die Stadtverwaltung derzeit endlich an einer sicheren Lösung für den Fußgängerüberweg an der Waldstraße – ein wichtiger Schulweg für den möglichen Campus.

Griechische Schule

An der Hachinger-Bach-Straße wollte die Republik Griechenland eine Schule errichten. Heute zeugt eine Bauruine davon. Foto: Unser Berg am Laim

Die Rückübereignung des Grundstücks der griechischen Schule an der Hachinger-Bach-Straße an die Landeshauptstadt München und städtische Überlegungen zur Errichtung eines Gymnasiums sowie eines Hauses für Kinder an dieser Stelle fanden große Zustimmung im Bezirksausschuss.

„Nun muss mit Hochdruck daran gearbeitet werden, die Eigentumsfrage zugunsten der Landeshauptstadt München zu klären“, so Ewald in der Sitzung.

Ebenfalls im Entwurf enthalten sei der Campus Ost auf dem Gelände der Ludwig-Thoma-Realschule und der Bezirkssportanlage auf der Fehwiesenstraße.

Dies sei zwar grundsätzlich zu begrüßen, so der stellvertretende Unterausschussvorsitzende, jedoch fehlen auch hier konkrete Angaben zur Zeitplanung seitens der Stadt. Auch sei man hinsichtlich der verkehrlichen Erschließung noch nicht wesentlich weitergekommen. Eine Zeitschiene für die Umsetzung mahnte der Bezirksausschuss auch für die Grundschule im Werksviertel an.

Die erst wenige Monate zuvor entstandene Überlegung, auf dem Gelände der ehemaligen Bundesmonopolverwaltung Branntwein am Leuchtenbergring eine städtische Berufsschule für Druck, Medien und Gestaltung zu errichten, wurde einhellig begrüßt. Dieses Vorhaben stehe und falle jedoch mit der Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, waren sich Ewald und sein Fraktionskollege und Bezirksrat Anton Spitlbauer senior einig. Für die verkehrliche Erschließung insgesamt sei daher vorab ein Konzept vorzulegen.

Ein Vorhaben fehlte aus Sicht des Gremiums vollständig: Die Sanierung und Erweiterung der Mittelschule am Inzeller Weg sowie die Erweiterung des angrenzenden Kindergartens zu einem Haus für Kinder, die der Bezirksausschuss auf Antrag der CSU ein Jahr zuvor gefordert hatte. „Hier fordern wir einen zügigen Beschluss durch die Landeshauptstadt München“, gab Ewald das Votum des Unterausschusses weiter.

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