Hachinger Bach: Endlich wieder an der Oberfläche?

19. Mai 2017

Wann wird der Hachinger Bach in Berg am Laim wieder fröhlich an der Oberfläche plätschern? Die Pläne für die Freilegung sind seit langem fertig. Die Umsetzung scheiterte jedoch bislang an den Verhandlungen mit drei privaten Eigentümern, von denen die Stadt Grundstücksteile für die Renaturierung und den an den Ufern geplanten Park braucht.

In der April-Sitzung des Bezirksausschusses Berg am Laim kam nun die frohe Botschaft: Es gibt einen Silberstreif am Horizont! Mit einer Eigentümergenossenschaft hat sich das Kommunalreferat nach drei Verhandlungsjahren endlich einigen können. Die Stadt kann die benötigte Grundstücksfläche im Rahmen eines städtebaulichen Vertrags ankaufen, weil die Eigentümer bauen wollen und dafür die Aufstellung eines Bebauungsplans benötigen.

Damit hat man nun ein Problem weniger. „Das Feld an der Truderinger Straße sei aber nie das größte Hindernis gewesen“, meinte CSU-Sprecher Fabian Ewald. „Eher doch die Eisenbahner-Genossenschaft.“ Die würden kein Verhinderungsgrund für die Bachpläne sein, erklärte BA-Chef Robert Kulzer (SPD). „Es gibt hier neue Erkenntnisse, die aber noch nicht spruchreif sind.“ So gibt es offenbar Prüfungen zu alternativen Lösungen. Die Änderung des geplanten Bachlaufs sei dabei eine Option.

Die geplante Offenlegung des Hachinger Bachs soll eine Strecke von rund 2,5 Kilometern Länge umfassen. Sie führt von der Kampenwandstraße durch den Michaelianger zum U-Bahnhof Josephsburg, danach weiter bis zur Bahntrasse, bevor der Bach Richtung Hüllgraben verläuft. Hier soll ein naturnaher Wasserlauf entstehen – als Mittelpunkt einer rund 14 Hektar großen neuen Naturerholungs-Oase für Berg am Laim.

Hachinger Bach

Im Michaelianger ist das Bett des Hachinger Baches schon ausgehoben.

Der Grünzug mit etlichen Fuß- und Radwegen soll sich beidseits der Ufer entlang ziehen. Darin unter anderem ein kleiner, vom Bach gespeister See nach Vorbild des ehemaligen Dorfweihers am Michaelianger. Dazu sind Sonnendecks und Liegewiesen, Spiel- und Bolzplätze, auf Höhe Hansjakobstraße sogar eine Kneippanlage geplant.

Im Böschungsbereich zwischen Weiher und Josephsburgstraße soll außerdem eine Sitzstufenanlage gebaut werden. Durch den Höhenunterschied, den der Bach hier zu überwinden hat, ergeben sich verschiedene Fließgeschwindigkeiten.

Mehrmals muss das Wasser unter Straßen durch, weshalb auch neue Brückenbauwerke entstehen werden. Der Hachinger Bach gehört neben Isar und Würm zu Münchens Hauptgewässern.

Fabian EwaldHachinger Bach: Endlich wieder an der Oberfläche?